39. Int. Zurich ADAC 24h-Rennen Nürburgring


Das Wichtigste zuerst: Ein großes Dankeschön an unser Team und alle Helfer die ein unvergessliches Erlebnis möglich gemacht haben. Ernst, Martin S., Jürgen, Martin C., Patricia, Jörg, Alfred, David, Marcel, Kay, Moritz, Wolfgang, Vincent, Peter, Jonas & Micky. Hut (oder besser Helm) ab, das habt Ihr super gemacht, Respekt und Dankeschön.

Einer verpatzten Generalprobe folgt meist eine glanzvolle Premiere. Auf diese Weisheit bauten wir beim diesjährigen 24h-Rennen am Nürburgring. Nachdem uns die Vorbereitung des neuen OVR Ford Fiesta LPG viel Zeit und Aufwand gekostet hat und wir bis buchstäblich zur ersten Runde immer wieder nachbessern mussten, schien sich dies wirklich zu bewahrheiten. Zum Trainingsbeginn am Donnerstag war das Auto dann perfekt vorbereitet - das beste Rennauto, das OVR je an den Start gebracht hat. Mit einem komplett neuen Motor gingen wir ins Freie Training, rollten Fahrer und Motor für das größte Langstreckenrennen der Welt ein. Trotz 'Schonprogramm für den neuen Motor' qualifizierten wir uns mit 11:13 min für Startplatz 187, wurden jedoch von der Rennleitung aufgrund falscher Regelauslegung nach hinten gestellt. Ärgerlich, die Entschuldigung nahmen wir an und das Rennen von Startplatz 202 auf - viel Luft nach vorn also.

Mit dem Start begann ein perfektes Rennen. Beim Reifenpoker hatten wir das Glück des Tüchtigen. Trotz Nieselregen ging Oliver auf Semi-Slicks ins Rennen und konnte sich das nach 3 Runden einsetzende Reifenwechsel-Boxenchaos anderer Teams entspannt sparen. Nach 2 Stunden dann der erste Stopp mit Tanken und Reifenwechsel an der Greengas-LPG Zapfsäule noch vor der offiziellen Boxengasse. Eine neue Situation für uns, mussten wir doch Material & Crew aus der Box erst dorthin bringen. Bei diesem und alle anderen Stopps wurde unser Auto schnell & sicher von Jürgen seinem Technik-Team abgefertigt. Ralph übernahm das Auto nun schon auf Platz 169 liegend und durch einen fehlerfreien Stint ging es weiter nach vorn. Volker komplettierte dann den ersten Fahrerumlauf und der OVR Fiesta – nun erstmals auf Slicks – rutschte Position für Position nach vorn.

Auto: perfekt, Fahrer: sicher & schnell, Stimmung: richtig gut, Atmosphäre an der Strecke: gigantisch - viel Emotion, tolle Autos, über 200.000 Zuschauer - 24h Nürburgring eben.

So ging es durch die heiße Nacht. Team und Auto haben wunderbar funktioniert. Selbst der nach 10 Stunden geplante Wechsel der Bremse vorn war schnell erledigt und nach wenigen Minuten war unser Auto zurück im Rennen durch die Grüne Hölle. Ein besonderer Moment ist immer, wenn man bei Sonnenaufgang auf der Strecke ist. Die Nacht ist geschafft, wir konnten uns aus allen Scharmützeln 'raushalten und waren nicht von den vielen Aus- und Unfällen der Nacht betroffen. Inzwischen lagen wir bereits auf Platz 124 und in unserer Klasse auf Platz 3 hinter den beiden von VW eingesetzten Scirocco – damit hätten wir wirklich nicht rechnen können.

Doch dann verließ uns das Glück – 06:30 Uhr Info aus dem Auto: Der Motor hat keine Leistung mehr. Ausfall am Pflanzgarten, Auto zurück in die Box. Fehlersuche. Zwischen 100% Adrenalin und der Erkenntnis, dass der Motor nicht mehr zu retten war, lag nur eine halbe Stunde. Schaden im 3.Zylinder und keine realistische Chance mehr, wieder ins Rennen zurück zu kommen.
Natürlich waren wir enttäuscht und die 'Hätte-Wäre-Wenn'-Diskussion wird noch lange anhalten. Aber es spricht für unser Team, dass wir die Köpfe nicht hängen ließen sondern uns über das Erlebnis 24h-Rennen und die Teamleistung freuen. 67 Runden 1.700 Rennkilometer, keine Unfälle, Spaß & Action. Beim 24h-Rennen durch die Grüne Hölle zu bestehen ist etwas ganz Besonderes.

Wir sehen uns am Ring - Euer Team OVR Racing Cologne.